Die Pogromnacht in Fürth – Wir vergessen nicht!

Wissen was war

Was passierte am 9. November 1938 in Deutschland und auch hier in Fürth?

Am 9. November kam es zu grauenvollen Massenpogromen gegen die hier lebenden Juden. Die Synagoge wurde angezündet, Läden demoliert und die Menschen wurden aus dem Bett gerissen, misshandelt und auf dem Schlageterplatz, der heutigen Fürther Freiheit, zusammengetrieben und erniedrigt. Von dort wurden viele direkt in die KZs verschleppt.

Als Vorwand diente der NSDAP das Attentat eines verzweifelten jungen Juden auf einen Diplomaten in Paris, um eine Verschwörung des Weltjudentums daraus zu konstruieren. Die Nazis befahlen: „Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken, jüdische Symbole sind sicherzustellen. Die Feuerwehr darf nicht eingreifen. Es sind nur Wohnhäuser arischer Deutscher zu schützen. Sämtliche Juden sind zu entwaffnen. Bei Widerstand sofort über den Haufen schießen…“

Genauso ist es dann in ganz Deutschland und auch hier in Fürth passiert. Der Faschismus stürzte dann die ganze Welt in den Krieg. Verwüstung, Vernichtung, millionenfacher Mord und eine Massenflucht waren die Folge.

Wir gedenken um nicht zu vergessen – Wir gedenken und erinnern, um hier und jetzt zu handeln

In Deutschland 2016 wird wieder gehetzt. Diesmal bedrohen angeblich Flüchtlinge und der Islam unsere Gesellschaft. Wieder brennen Feuer; diesmal sind es Flüchtlingsheime und Moscheen. Wieder werden Menschen geschlagen, gehetzt und erniedrigt.

Auch hier in Fürth wird von Pegida und anderen Rassisten und Faschisten, angebliche Retter des christlichen Abendlandes immer wieder gegen Flüchtlinge gehetzt und Rassismus und Völkerhass geschürt. Christliche oder humanistische Werte, wie Nächstenliebe und Solidarität werden von solchen Gruppierungen mit Füßen getreten. Es sind aber oft auch etablierte Parteien der sogenannten Mitte, die Stück für Stück eine solche Hetze salonfähig machen und somit den Boden für weitere Übergriffe bereiten.

Auch 2016, wenn wir uns an die Pogromnacht von 1938 erinnern, geht es um ein öffentlich ausgesprochenes und unüberhörbares „Nie wieder“ und um das Begreifen:
Der Einsatz für eine offene tolerante und gerechtere Gesellschaft ist mehr denn je von uns allen gefordert!

Wir laden alle Menschen ein zu unserem Gedenken am 9. November um 18:00 Uhr am Synagogenmahnmal in der Geleitsgasse.

Im Anschluss laden wir ein zur Autorenlesung aus der Graphic Novel „Drei Steine“ von Nils Oskamp. Diese beginnt um 19:30 im Café Samocca in der Rudolf-Breitscheid-Straße 4.

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