*Aktualisiert am 4.8.* Gedenktafel für Rudolf Benario und Ernst Goldmann gestohlen – Bäume geschädigt

Am Vormittag des 13.6. 2017 bemerkten Passanten, dass die Gedenktafel für die 1933 im KZ Dachau ermordeten Fürther Antifaschisten Dr. Rudolf Benario und Ernst Goldmann gestohlen wurde. Ebenso wurde eine der Birken am Standort der Gedenktafel beschädigt. Die Stadt Fürth sowie die Polizei wurden verständigt.

Montage der nun gestohlenen Tafel am 12.4.2017 durch Bündnismitglieder und OB Thomas Jung

Die Tafel wurde aufgestellt an der Stelle des ehemaligen Bootshauses des Fürther Kanu-Clubs, in dem Rudolf Benario und Ernst Goldmann Mitglied waren. Die dort noch heute stehenden Birken wurden von ihnen gepflanzt.
Die Tafel ist schon seit Jahren Ziel rechter und antisemitischer Anschläge. Sie wurde mehrfach beschmiert, Hakenkreuze in ihr eingeritzt, sie wurde demontiert und in die nahe gelegene Rednitz geworfen. Auch wurden die Mörder Benarios und Goldmanns verherrlichende Sprüche auf das Pflaster vor der Tafel gesprüht und im Umfeld rassistische Flyer auf die Straße geworfen. Die Tafel musste mehrfach wegen Beschädigungen ausgetauscht werden, so zuletzt im April diesen Jahres.

Das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus sieht sich in der Tradition des antifaschistischen Wirkens von Rudolf Benario und Ernst Goldmann. Die Gedenkveranstaltung an der Tafel am 12. April, dem Jahrestag ihres Todes, ist alljährlich einer der Fixpunkte unter den Veranstaltungen des Bündnisses.

Das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus verurteilt diese neonazistische Zerstörungswut. Wir werden es nicht zulassen, dass die Erinnerung an die beiden Kommunisten und die vielen weiteren Menschen im antifaschistischem Widerstand verloren geht oder von Nazis behindert wird!

Medienschau:

Update 22.6.: Nur eine Woche nach dem Diebstahl wurde der bereits beschädigte Baum noch einmal mit einer Axt bearbeitet und ihm schwere Schäden zugefügt. Es scheint, dass einigen Menschen nicht nur das Andenken an Rudolf Benario und Ernst Goldmann gegen ihre Gesinnung geht. Sie versuchen offenbar, die letzten physischen Spuren der beiden Antifaschisten, die von ihnen gepflanzten Birken, zu zerstören.

Update 4.8.: Erneut sind die Bäume beschädigt worden. Diesmal gingen die Täter mit einer Säge vor. Es steht zu befürchten, dass die Bäume diesmal absterben werden. Zeugen haben zwar in der Nacht Sägegeräusche gehört und 2 Personen gesehen. Die Fahndung durch die Polizei blieb bisher erfolglos. Wir sind nicht immer einer Meinung mit OB Thomas Jung, hier aber teilen wir seine Worte: „Ein Verbrechen am Gedenken und an der Natur!“

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